Direktvermarktung

Es gibt wahrscheinlich kein anderes Lebensmittel als der Käse, der so stark mit der Schweizer Tradition verbunden ist. Um diesem Milchprodukt eine würdige Plattform zu bieten, organisiert der Trägerverein Cheese Festival 9 Käsefeste pro Jahr in der Schweiz. Gemäss Reglement des Vereins dürfen ausschliesslich Hersteller von Schweizer Käse am Markt teilnehmen. Zudem werden an Produzenten, welche Produkte nach dem regio.garantie nach zertifiziert haben, vergünstigte Konditionen angeboten. Auch Mitglieder der Trägerorganisation profitieren von vorteilhaften Standgebühren. Jedoch stellt sich die Frage: Lohnt sich die Teilnahme für eine kleine oder mittelgrosse Käserei wirklich? Welche Marktkonzepte sind erfolgreich und fördern den Absatz?

Für eine Teilnahme als Käsehersteller an einem Käsefest sprechen viele Gründe dafür, aber auch dagegen. Ob sich eine Teilnahme wirklich lohnt, muss jeder Anbieter durch das Abwägen der Vor- und Nachteile für sich selber entscheiden. Als Entscheidungsgrundlage sind folgende Punkte zu berücksichtigen:

Positiv zu bewerten an einer Partizipation am Käsemarkt ist der Umstand, dass der Kunde und der Käsehersteller im direkten Austausch sind. Einerseits kann der Marktbetreiber durch den Direktverkauf eine höhere Marge erzielen und andererseits erhält er spannende Insights von der Kundschaft. Beispielsweise empfiehlt es sich neue Innovationsprodukte vor der definitiven Lancierung auf dem Markt zu präsentieren und zum Degustieren anzubieten. Damit können interessante Erkenntnisse von potenziellen Kunden erlangt werden und so das neue Produkt optimiert werden. Ein persönliches Gespräch, eine interessante Story und nur schon der Umstand, dass die Kunden sehen, welche Menschen hinter dem Produkt stehen, können Vertrauen aufbauen oder weiter fördern. Vor allem auch hinsichtlich der steigenden Digitalisierung ist der persönliche Kontakt unerlässlich.

Natürlich ist der Aufbau und das Betreiben eine Marktstandes am Käsemarkt auch mit viel Aufwand verbunden. Zudem müssen mind. 1-2 den ganzen Tag am Stand präsent sein, um die Kunden zu bedienen. Insbesondere ist es sicher ein Vorteil, wenn der Käser oder die Käserin persönlich am Stand anwesend ist, so auf eine kompetente Art und Weise Auskunft über den Käse geben kann.

Inwieweit die Bekanntheit der eigenen Marke oder des Unternehmens am Markt gesteigert werden kann, hängt vor allem auch damit zusammen, ob die Käserei mit ihrer Coporate Identity einen hohen Wiedererkennungswert hat. Unter Berücksichtigung der Marktumstände im Käsemarkt, stehen nicht unbedingt die Käsehersteller im Vordergrund, sondern die Käsesorten. Der Käsemarkt wird hauptsächlich von den grossen Sortenorganisationen dominiert. Dazu zählen, Le Gruyère AOP, Emmentaler AOP, Appenzeller, Tête de Moine, Sbrinz etc. Um einen eigene Käsemarke aufzubauen, braucht es viel Fleiss und Geduld. Um überhaupt grosse Mengen produzieren zu können, sind die Hersteller nichtsdestotrotz auch auf das Exportgeschäft angewiesen.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am . Setzte ein Lesezeichen permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

code

X