Projekt für neue Käserei Obere Erlen in Engelberg gestoppt

Der Zentralschweizer Käsermeisterverband (ZSKM), das Benediktinerkloster Engelberg und die Schaukäserei Kloster Engelberg AG planten seit einigen Jahren gemeinsam auf der Liegenschaft der Oberen Erlen in Engelberg einen Käsereineubau. Kurz vor der Realisierung des Baus hat der heutige Inhaber und seit Beginn des Projekts involvierte Käsermeister der Schaukäserei Kloster Engelberg AG unerwartet andere Wege als gemeinsam vereinbart eingeschlagen. Das Projekt in der Oberen Erlen ist aus diesem Grund eingestellt.

Der Zentralschweizer Käsermeisterverband übernahm im Jahr 2015 die Geschäftsführung der Klosterkäserei von der damaligen Pächterin Fam. Odermatt GmbH und gründete dazu die Schaukäserei Kloster Engelberg AG (Schaukäserei). Auf Wunsch des ZSKM und des geschäftsführenden Käsermeisters ging das Kloster Engelberg damals eine Vereinbarung zur Projektierung einer neuen und vergrösserten Produktionsstätte ein. Als Standort kristallisierte sich bald die Obere Erlen heraus. Die eigentliche Schaukäserei mit dem Verkaufsladen sollte am bisherigen Standort im Klosterhof verbleiben.

Das Grundstück für den Neubau wäre vom Benediktinerkloster Engelberg im Baurecht überlassen worden. Für eine befristete Übergangszeit bis zur Fertigstellung des Neubaus wurde eine Vereinbarung zur Weiternutzung der bisherigen, mittlerweile aber stark in die Jahre gekommenen Produktionsstätte im Klosterhof getroffen. Das Kloster gewährte der Schaukäserei dafür Spezialkonditionen.

Der ZSKM, das Benediktinerkloster und die Schaukäserei verfolgten partnerschaftlich und nach guten Gesprächen das gemeinsame Ziel zur Realisierung des Neubaus einer Käserei, um einen Mehrwert für Engelberg, den Berufsstand der Käser, für die einheimischen Bauern und den Tourismus zu generieren. Eine vom Kloster finanzierte und vorwärts getriebene Quartierplanung für den Neubau haben die Einwohnergemeinde Engelberg vor eineinhalb Jahren und im Anschluss auch der Regierungsrat des Kantons Obwalden genehmigt. Der ZSKM organisierte und finanzierte in der Folge einen Architekturwettbewerb mit vier teilnehmenden Büros. Anfangs 2019 wurde das Siegerprojekt ermittelt. Alle notwendigen Schritte für die Baueingabe konnten damit in die Wege geleitet werden. Ein mehrjähriger zeit-und kostenintensiver Prozess stand kurz vor dem Ziel und einem möglichen Baustart.

Zu diesem Zeitpunkt teilte die Schaukäserei durch ihren Verwaltungsratspräsidenten und Inhaber, Walter Grob, dem ZSKM und dem Benediktinerkloster Engelberg mit, dass sie Bedenken habe, weiterhin Teil dieses inzwischen über mehrere Jahre geplanten Projektes zu bleiben. Diese Be-denken wurden nicht weiter konkretisiert. Die Schaukäserei verlangte aber vom ZSKM und vom Kloster mehrmals längere Bedenkzeit, die ihr auch stets gewährt wurde.

In der Zwischenzeit erfuhr das Benediktinerkloster Engelberg, dass der Inhaber der Schaukäserei seinerseits mit einem anderen Grundeigentümer über den Erwerb von Bauland für einen eigenen Produktionsbetrieb verhandle und kurz vor Unterschrift der entsprechenden Verträge stehe. Dies erfolgte ohne Information. Aufgrund dessen musste das Projekt an der Oberen Erlen leider eingestellt werden. Das Benediktinerkloster Engelberg als Eigentümer der aktuellen Produktionsräumlichkeiten benötigt nach dem enormen Aufwand der letzten Jahre Planungssicherheit und möchte weitergehende Schäden an den historischen Gebäuden verhindern. Es hat deswegen Ende September 2019 den Mietvertrag mit der Schaukäserei per 31. März 2020 beendet.

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